Elektrik im Transporter und Wohnmobil

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Der Akkumulator
der Energievorrat im KFZ

Der Akkumulator (Akku) stellt neben der Lichtmaschine (Lima) die Knotenpunkte der Energieversorgung im KFZ dar.


Wozu benötigen wir den Akku?

Im Grunde genommen nur zum Starten des Motors, und dafür ist auch der herkömmliche Akku im KFZ ausgelegt. Er soll in einem kurzen Zeitraum einen sehr hohen Strom abgeben können. Daher ist ein Startakku auch wenig geeignet für die Bordversorgung des Wohnmobiles.
Er ist also überwiegend für sehr hohe Stöme ausgelegt (hochstromfest), weniger für kleinere Dauerverbraucher. Der Startakku hat eine verhältnismäßig hohe Selbstentladung und hat geringe Ladezyklen (etwa 200). (Ladezyklen: Anzahl der Entladungen und Ladungen)

Achtung: Man sollte einen Akku möglichst nicht unter 50% der angegebenen Kapazität entladen. Die Lebensdauer nimmt dadurch rapide ab!

Bei dem Umgang mit den in Fahrzeugen eingesetzten Bleiakkus ist besondere Vorsicht geboten:

Bei Kurzschluß fließen sehr hohe Stöme, die einen Brand auslösen, flüssig gewordenes Metall durch die Gegend schleudern können oder auch das Gehäuse zum platzen bingen kann.
Bleiakkumulatoren sind mit Schwefelsäure gefüllt, die starke Verätzungen vor allem an den Augen hervorrufen kann.
Bei dem Umgang mit Bleiakkumulatoren ist besondere Achtsamkeit gegeben!

Bei Arbeiten an der elektrischen Anlage ist der erste Schritt das “abklemmen” des Akkus!
Hierbei löst man zuerst den Minuspol (Masse), erst danach den Pluspol! Niemals anders herum! Da der Minuspol in der Regel mit dem Blechkörper des Fahrzeuges verbunden ist, kann man z.B. mit dem Schlüssel ruhig den Minuspol und das Chassis gleichzeitig berühren, wenn man danach den Pluspol abklemmt kann man über das Chassis keinen Kurzschluß mehr erzeugen.

Die Leistung der Akkus wird in Amperestunden (Ah) angegeben.
Zusätzlich ist auf Startakkus noch der Kälteprüfstrom (A) angegeben.

  • Beispiel:
  • 12V Nennspannung
  • 88Ah Kapazität
  • 688A Kälteprüfstrom EN*

*Kälteprüfstrom
Entladestrom bei einer Temperatur von -18 °C muß die Mindestspannung 7,5 V betragen.


Laden während der Fahrt

Ein Akkumulator kann im Gegensatz zu Batterien Energie abgeben und auch wieder aufnehmen. Im KFZ werden die Akkus von der Lichtmaschine geladen. Die richtige dimensionierung der Ladung wird vom Regler vorgenommen.
Der Regler begrenzt die Lichtmaschinenspannung auf ca. 13,8-14,2 V.
Da im KFZ relativ einfache Regler verwendet werden wird der Akku nur zu etwa 75 % der Nennkapazität aufgeladen. Um eine komlette Volladung zu erreichen müßten sehr hochwertige Regler eingesetzt werden. Für den Starterakku reicht die einfache Regelung aber völlig aus.
Im Wohnmobilbereich sieht es dagegen schon ganz anders aus, da man dort die gesamte Akkukapazität ausnutzen möchte. Lichtmaschinenregler kann man durch hochwertige Regler ersetzen.

Stationäres Laden mit Ladegerät

Ladegeräte bestehen aus einem Transformator, einem Gleichrichter und evtl. einer Regelung.

Bei den Ladegeräten gibt es qualitativ sehr große Unterschiede!
Bei einfachen Ladegeräten besteht die Gefahr der Verkochung. Das geschieht wenn die Ladespannung in den Gasungsbereich, ab ca. 14V kommt. Der Ladevorgang muß dann sofort abgebrochen werden! Bei Ladegeräten mit W-Kennlinie sinkt der Strom mit der Annäherung an die Gasungsspannung, die Ladezeit kann man also vorher nicht berechnen!
Der Ladestom sollte 1/10 der Akkukapazität betragen.
Beispiel: Akkukapazität 88Ah/10 =8,8A Ladestrom.
Für einfache Anwendungen sollten Ladegeräte mit Gasungsspannungsabschaltung verwendet werden, da der Ladevorgang unbeaufsichtigt vorgenommen werden kann.

Die verschiedenen Kennlinien:

  • W-Kenlinie
  • I-Kennlinie
  • U-Kennlinie
  • IU-Kennlinie
  • IUoU-Kennlinie

W-Kennlinie
Auch Widerstandskennlinie genannt. Es sinkt der Ladestrom bei steigender Spannung, eine Ldungsbegrenzung ist nicht vorhanden! Ladegeräte mit W-Kennlinie werden sehr preiswert angeboten, haben aber den Nachteil das der Ladevorgang beobachtet werden muß!

I-Kennlinie
Laden mit konstantem Strom ohne kontrolle der Ladespannung

U-Kennlinie
Laden mit konstanter Spannung

IU-Kennlinie
Bis zum erreichen der Gasungsspannung wird mit konstantem Strom, I-Kennlinie geladen, danach wird auf U-Kennlinie umgeschaltet, die Spannung bleibt also knapp unter der Gasungsspannung (14,4V)

IUoU-Kennlinie
Bei Ladebeginn wird mit großem Ladestrom bis etwa 14V geladen, danach reduziert sich der Ladestrom wobei die Spannung auf etwa 14,4 konstant bleibt. Nach der Volladung schaltet das Ladegerät auf Erhaltungsladung um.

Hier gibt es weitere Informationen zu Wohnraumakkus